~ 6. Kapitel ~ Dhyana-Yoga

    • ~ 6. Kapitel ~ Dhyana-Yoga

      FRAGE: Heute habe ich die Verse in mehr als 2 Zeilen gepackt.
      Ist das übersichtlicher oder bleiben wir bei 2 Zeilen?
      Sollte diese Variante hier übersichtlicher sein, ändere ich die ersten 5 Kapitel auf diesen Stil.
      Fröhliche Feiertage
      ~ <3 ~

      Vers1
      Der Segenspendende Herr sprach: Wer an den Früchten
      seiner Arbeit nicht haftet und so arbeitet, wie es seine
      Pflicht vorschreibt, befindet sich im Lebensstand der
      Entsagung. Er ist der wahre Mystiker, und nicht der,
      der kein Feuer entzündet und keine Arbeit verrichtet.

      Vers2
      Was man als Entsagung bezeichnet, ist das gleiche wie
      Yoga oder Sichverbinden mit dem Höchsten, denn
      niemand kann ein Yogi… werden, solange er nicht dem
      Wunsch nach Sinnenbefriedigung entsagt.

      Vers3
      Einem Neuling im achtfachen Yoga-System wird Arbeit
      als Weg empfohlen, und die Einstellung aller
      materiellen Tätigkeiten gilt als Weg für jemanden, der
      Yoga bereits erreicht hat.

      Vers4
      Man sagt, ein Mensch habe Yoga erreicht, wenn er, da
      er alle materiellen Wünsche aufgegeben hat, weder für
      Sinnenbefriedigung handelt noch fruchtbringende
      Tätigkeiten verrichtet.

      Vers5
      Ein Mensch muß sich durch seinen Geist erheben, nicht
      erniedrigen. Der Geist ist der Freund der bedingten
      Seele, aber auch ihr Feind.

      Vers6
      Für den, der den Geist bezwungen hat, ist der Geist der
      beste Freund; doch für den, der dies versäumt hat, wird
      der gleiche Geist zum größten Feind.

      Vers7
      Für jemand, der den Geist bezwungen hat, ist die
      Überssele bereits erreicht, denn er hat Ausgeglichenheit
      erlangt. Für einen solchen Menschen sind Glück und
      Leid, Hitze und Kälte, Ehre und Schmach das gleiche.

      Vers8
      Ein Mensch gilt als selbstverwirklicht und wird als Yogi…
      [oder Mystiker] bezeichnet, wenn er kraft erworbenen
      Wissens und Verwirklichung völlig zufrieden ist. Ein
      solcher Mensch ist in der Transzendenz verankert und
      selbstbeherrscht. Er sieht alles —~ ob Kiesel, Steine oder
      Gold —~ als gleich an.

      Vers9
      Man sagt, ein Mensch sei noch weiter fortgeschritten,
      wenn er sowohl Freunde als auch Feinde, Neidische und
      Wohlgesinnte, die Frommen, die Sünder und die, die
      gleichgültig und unparteiisch sind, mit gleichen Augen
      sieht.

      Vers10
      Ein Transzendentalist sollte immer versuchen, seinen
      Geist auf das Höchste Selbst zu richten; er sollte allein
      an einem einsamen Ort leben und seinen Geist stets
      sorgfältig beherrschen. Er sollte von Wünschen und
      Gefühlen der Besitzgier frei sein.

      Vers11-12
      Um Yoga zu praktizieren, sollte man an einen einsamen
      Ort gehen, kusa-Gras auf den Boden legen und es mit
      einem Rehfell und einem weichen Tuch bedecken. Der
      Sitz sollte weder zu hoch noch zu niedrig sein und an
      einem heiligen Ort liegen. Der Yogi… sollte sehr fest
      darauf sitzen und sich im Yoga üben, indem er den Geist
      und die Sinne beherrscht, das Herz reinigt und den
      Geist auf einen Punkt fixiert.

      Vers13-14
      Man sollte Körper, Hals und Kopf aufrecht in einer
      geraden Linie halten und fortwährend auf die
      Nasenspitze starren. Auf diese Weise sollte man mit
      ungestörtem, beherrschtem Geist, ohne Furcht und
      völlig frei von Sexualität über Mich im Herzen
      meditieren und Mich zum endgültigen Ziel des Lebens
      machen.

      Vers15
      Während sich der mystische Transzendentalist so darin
      übt, Körper, Geist und Tätigkeiten zu beherrschen,
      erreicht er das Königreich Gottes [das Reich KrishnŠas],
      indem er das materielle Dasein beendet.

      Vers16
      O Arjuna, es ist nicht möglich, ein Yogi… zu werden, wenn
      man zuviel ißt oder zuwenig ißt, wenn man zuviel
      schläft oder nicht genug schläft.

      Vers17
      Wer in seinen Gewohnheiten des Essens, Schlafens,
      Arbeitens und Sicherholens maßvoll ist, kann alle
      materiellen Leiden lindern, indem er das Yoga-System
      praktiziert.

      Vers18
      Wenn der Yogi… durch das Praktizieren von Yoga seine
      geistigen Tätigkeiten zügelt und in der Transzendenz
      verankert wird ~— frei von materiellen Wünschen ~—,
      sagt man von ihm, er habe Yoga erreicht.

      Vers19
      Wie ein Licht an einem windstillen Ort nicht flackert, so
      bleibt auch der Transzendentalist, dessen Geist
      beherrscht ist, in seiner Meditation über das
      transzendentale Selbst immer stetig.

      Vers20-23
      Die Stufe der Vollkommenheit wird als Trance oder
      Samadhi bezeichnet, wenn der Geist durch das
      Praktizieren von Yoga von materiellen mentalen
      Tätigkeiten vollständig zurückgezogen ist. Dies wird
      dadurch charakterisiert, daß man die Fähigkeit erlangt,
      das Selbst durch den reinen Geist zu sehen und im
      Selbst zu genießen und sich zu freuen. In diesem
      freudigen Zustand erfährt man grenzenloses
      transzendentales Glück und genießt in sich selbst durch
      transzendentale Sinne. So verankert weicht man
      niemals von der Wahrheit ab, und wenn man diese Stufe
      erreicht hat, denkt man, dass es keinen größeren Gewinn
      gibt. In einer solchen Stellung gerät man niemals, nicht
      einmal inmitten der größten Schwierigkeit, ins Wanken.
      Das ist in der Tat wirkliche Freiheit von allen Leiden,
      die aus der Berührung mit der Materie entstehen.

      Vers24
      Man sollte Yoga mit fester Entschlossenheit und
      unerschütterlichem Glauben praktizieren. Man sollte
      alle aus falschem Ego geborenen materiellen Wünsche
      ohne Ausnahme aufgeben und so in jeder Hinsicht alle
      Sinne durch den Geist beherrschen.

      Vers25
      Allmählich, Schritt für Schritt, mit voller Überzeugung,
      sollte man mit Hilfe der Intelligenz in Trance versinken,
      und so sollte der Geist allein auf das Selbst gerichtet
      werden und an nichts anderes mehr denken.

      Vers26
      Wohin auch immer der Geist aufgrund seiner
      flackernden und unsteten Natur wandert — man muß
      ihn auf jeden Fall zurückziehen und wieder unter die
      Herrschaft des Selbst bringen.

      Vers27
      Der Yogi, dessen Geist fest auf Mich gerichtet ist,
      erreicht das höchste Glück. Kraft seiner Identität mit
      dem Brahman ist er befreit; sein Geist ist friedvoll;
      seine Leidenschaften sind zur Ruhe gekommen, und er
      ist befreit von Sünde.

      Vers28
      Fest verankert im Selbst und befreit von aller
      materiellen Verunreinigung, erreicht der Yogi…, der mit
      dem Höchsten Bewußtsein in Berührung ist, die am
      höchsten vervollkommnete Stufe des Glücks.

      Vers29
      Ein wahrer Yogi… sieht Mich in allen Wesen und sieht
      auch jedes Wesen in Mir. Wahrlich, die
      selbstverwirklichte Seele sieht Mich überall.

      Vers30
      Für jemand, der Mich überall sieht und alles in Mir
      sieht, bin Ich niemals verloren; noch ist er jemals
      verloren für Mich.

      Vers31
      Ein Yog…i, der weiß, daß Ich und die Überseele in allen
      Geschöpfen eins sind, verehrt Mich und bleibt unter
      allen Umständen immer in Mir.

      Vers32
      O Arjuna, ein vollkommener Yog…i ist, wer durch
      Vergleich mit seinem eigenen Selbst die wahre
      Gleichheit aller Wesen sieht — sowohl in ihrem Glück
      als auch in ihrem Leid.

      Vers33
      Arjuna sagte: O Madhusudana, das Yoga-System, das
      Du zusammengefaßt hast, erscheint mir
      undurchführbar und unerträglich, denn der Geist ist
      ruhelos und unstet.

      Vers34
      Der Geist ist ruhelos, stürmisch, widerspenstig und sehr
      stark, o KŠrishna, und ihn zu bezwingen erscheint mir
      schwieriger, als den Wind zu beherrschen.

      Vers35
      Der Segenspendende Herr sprach: O starkarmiger Sohn
      Kunti…s, es ist ohne Zweifel sehr schwierig, den ruhelosen
      Geist zu zügeln, doch durch ständige Übung und durch
      Loslösung ist es möglich.

      Vers36
      Für einen Menschen mit ungezügeltem Geist ist
      Selbstverwirklichung ein schwieriges Unterfangen.
      Demjenigen aber, dessen Geist beherrscht ist und der
      sich mit rechten Mitteln bemüht, ist der Erfolg sicher.
      Das ist Meine Meinung.

      Vers37
      Arjuna sagte: Was ist das Schicksal eines Gläubigen,
      der nicht standhaft ist — der den Pfad der
      Selbstverwirklichung zwar aufnimmt, doch ihn später
      aufgrund seiner Weltzugewandtheit wieder verläßt und
      daher die Vollkommenheit der Mystik nicht erreicht?

      Vers38
      O starkarmiger KrishnŠa, vergeht ein solcher Mensch, der
      vom Pfad der Transzendenz abgewichen ist, nicht wie
      eine zerrissene Wolke ~— ohne Halt in irgendeiner
      Sphäre?

      Vers39
      Das ist mein Zweifel, o KrishnŠa, und ich bitte Dich, ihn
      völlig zu beseitigen. Außer Dir gibt es niemanden, der
      diesen Zweifel zerstören kann.

      Vers40
      Der Segenspendende Herr sprach: O Sohn Prthas, ein
      Transzendentalist, der glückbringenden Tätigkeiten
      nachgeht, wird weder in dieser noch in der spirituellen
      Welt vergehen; wer Gutes tut, Mein Freund, wird
      niemals vom Schlechten besiegt.

      Vers41
      Nach vielen, vielen Jahren des Genusses auf den
      Planeten der frommen Lebewesen wird der gescheiterte
      Yog…i in einer Familie rechtschaffener Menschen oder in
      einer reichen, aristokratischen Familie geboren.

      Vers42
      Oder er wird in einer Familie von Transzendentalisten
      geboren, die gewiss von großer Weisheit sind. Wahrlich,
      solch eine Geburt ist sehr selten in dieser Welt.

      Vers43
      O Sohn Kurus, wenn er in einer solchen Familie
      geboren wird, erweckt er das göttliche Bewusstsein
      seines vorheriges Lebens wieder und versucht, weiteren
      Fortschritt zu machen, um vollständigen Erfolg zu
      erreichen.

      Vers44
      Kraft des göttlichen Bewusstseins seines vorherigen
      Lebens fühlt er sich von selbst ~— sogar ohne danach zu
      streben ~— zu den Prinzipien des Yoga hingezogen. Ein
      solcher wissbegieriger Transzendentalist, der sich um
      Yoga bemüht, steht immer über den rituellen Prinzipien
      der Schriften.

      Vers45
      Wenn sich der Yogi… jedoch ernsthaft bemüht, weiteren
      Fortschritt zu machen, und von allen Verunreinigungen
      reingewaschen ist, erreicht er schlieBlich, nach vielen,
      vielen Geburten der Vorbereitung, das höchste Ziel.

      Vers46
      Ein Yog…i ist größer als der Asket, größer als der
      Empiriker und größer als der fruchtbringende Arbeiter.
      Deshalb, o Arjuna, sei unter allen Umständen ein Yogi….

      Vers47
      Von allen Yog…is ist der am engsten mit Mir in Yoga
      vereint, der mit starkem Glauben immer in Mir weilt
      und Mich im transzendentalen liebevollen Dienst
      verehrt, und er ist der höchste von allen.
      ~~ <3 ~~
    • aori schrieb:

      Von allen Yog…is ist der am engsten mit Mir in Yoga
      vereint, der mit starkem Glauben immer in Mir weilt
      und Mich im transzendentalen liebevollen Dienst
      verehrt, und er ist der höchste von allen.
      Was ich so von den GmG mitbekommen habe, sind wir alle Meister, und alle gleich .....

      wozu sollte es also dienen, einen über andere zu stellen ???????????
      Ich bin, wie Gott mich schuf .... :) <3
      sein Sohn kann nicht leiden ....
      und ich bin sein Sohn ... :saint:
    • Jeshua war sicher ein anderer Mensch als ich...
      Die Helfer in Kalkutta sind anders als ich.
      Ich würde ihnen allein schon aus Respekt das bessere Zimmer überlassen.

      IS Kämpfer sind anderes als ich...

      Wir Menschen haben zwar alle die gleichen Potentiale, doch leben wir diese unterschiedlich aus.
      Jeder entscheidet sich freiwillig zu seiner Hölle oder für seine Meisterschaft.
      Somit bekommt das höher stellen einen berechtigten Sinn.
      ~~ <3 ~~
    • aori schrieb:

      Somit bekommt das höher stellen einen berechtigten Sinn.
      Klar, unsere Egos lassen uns nie erkennen, alles was ist, ist so, weil wir so denken , wie wir denken !!!!!

      Jedes der oder die ist besser oder höher als ich, ist EGODENKEN, sonst nichts.

      Und das sagen die GmG meiner Meinung nach auch aus, sowie auch ein Kurs in Wundern.

      Jemanden höher stellen hat nur einen Sinn, den andern damit beugen und unterwerfen.....

      aber klar hast du recht, weil ich weiß nicht mehr, als du ....
      Ich bin, wie Gott mich schuf .... :) <3
      sein Sohn kann nicht leiden ....
      und ich bin sein Sohn ... :saint:
    • Leopold schrieb:

      aori schrieb:

      Somit bekommt das höher stellen einen berechtigten Sinn.
      Klar, unsere Egos lassen uns nie erkennen, alles was ist, ist so, weil wir so denken , wie wir denken !!!!!Jedes der oder die ist besser oder höher als ich, ist EGODENKEN, sonst nichts.
      Und das sagen die GmG meiner Meinung nach auch aus, sowie auch ein Kurs in Wundern.

      Jemanden höher stellen hat nur einen Sinn, den andern damit beugen und unterwerfen.....

      aber klar hast du recht, weil ich weiß nicht mehr, als du ....
      Höher stellen ohne Oben zu stehen, zu belehren, zu beugen oder unterwerfen,
      ist meiner Meinung nach gemeint. Gandhi z.B. war höher gestellt und viele folgten Ihm in Liebe und Gewaltlosigkeit.
      Das sind Führer des Herzen. Damit habe ich überhaupt keine Probleme.
      Jeder Lehrer ist in gewissem Sinne höher gestellt. Solange der Lehrer nur lehren will, ist er verschwendet.
      Wenn der Lehrer aber Lehrer "produziert" ist es doch wundervoll.

      Die Autoren vom Kurs waren/ sind höher gestellt, da Sie dich und viele andere nicht in höhere Daseinsebenen "einweisen" könnten.

      Das Ego/ der Mensch/ die Materie sieht in höher gestellt ein Problem, weil es Konflikt bringt.
      Das Ego möchte dann nämlich am höchsten gestellt sein. Besser sein.
      Der Wettkampf beginnt.
      Doch hier ist kein Wettkampf o.ä.
      Hier ist nur ein verstehen, ein gewahr werden dessen was ist.
      Wenn du eine Bergwanderung machst, ist ein erfahrener Bergführer auch Gold wert ;)
      ~~ <3 ~~
    • aori schrieb:

      Doch hier ist kein Wettkampf o.ä.
      Hier ist nur ein verstehen, ein gewahr werden dessen was ist.
      Wenn du eine Bergwanderung machst, ist ein erfahrener Bergführer auch Gold wert
      da gebe ich dir recht ....:-) :)
      Ich bin, wie Gott mich schuf .... :) <3
      sein Sohn kann nicht leiden ....
      und ich bin sein Sohn ... :saint:
    • Leopold schrieb:


      Jemanden höher stellen hat nur einen Sinn, den andern damit beugen und unterwerfen.....
      Ja, es ist ein Unterschied,

      ob das menschliche Ego einen anderen/oder sich selber
      höher stellt,

      oder ob ein Mensch einfach schon Entwicklungen
      gemacht hat, die ein anderer /andere noch nicht gemacht hat /haben.
      Es gibt verschiedene Weisen des spirituellen Schauens
      und Denkens.

      Suchen wir das Gemeinsame - doch akzeptieren
      wir auch unsere Unterschiedlichkeit.

      In Gott sind wir alle eins.

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