Hallo meine Lieben,
hier möchte ich wieder von meinen „unseren“ Erfahrungen berichten. Dieses Mal geht es um „Teamwork“. Alles spricht heute nur noch vom „Teamwork“. Bei den Bewerbungen sollte man seine Teamfähigkeit unbedingt preisen.
Ich halte davon nicht so viel, weil meiner Meinung nach jeder in jedes Team passt. Allerdings sehen gerade die Personalchefs dieses ganz anders. Die haben schon ihre festgefahrenen Vorstellungen davon und sind nicht mehr „offen“ für eine „wirkliche“ Bereicherung. Oft liegt es nur an der Grundhaltung der Teammitglieder und der Fähigkeit des Teamführers.
Es ist nun mal so, dass nicht wirklich jeder für die Aufgaben eines Führers geeignet ist. D.h. jetzt aber nicht, dass nicht jeder diese Fähigkeiten erlernen könnte. Aber bei der Teambildung ist es meist so, dass nur ein oder zwei Personen diese Fähigkeiten besitzen.
Und ein Team wächst bzw. fällt mit den Qualitäten des Führers und der Haltung der Mitglieder.
Hier ein paar Beispiele aus meinem Leben:
Zur Berufsschulzeit wollte unsere Klasse auch bei einem Schul-Volleyballturnier mitmachen. Ich war vom Sport aus gesundheitlichen Gründen eigentlich befreit, aber es fehlte noch eine Person, damit unsere Klasse auch noch am Turnier teilnehmen konnte. So habe ich mich bereit erklärt beim Turnier mitzumachen. Wir hatten nur einen Kameraden, der auch im Verein Volleyball gespielt hat. Der wurde zu unserem Teamführer. Unser Ziel war es mitzumachen und nicht den letzten Platz zu belegen.
So spielten wir ganz einfach und frei auf. Gleich das erste Spiel gewannen wir souverän. Wir waren ganz happy. In den Pausen gingen wir in unsere Kabine und haben gefeiert (und nebenbei auch schon ein Bierchen getrunken). Dann ging es weiter. Es folgten weitere Siege und bevor wir uns versahen, standen wir im Endspiel. Es war unglaublich.
Unsere Gegnermannschaft bestand nur aus „Profi“ - Volleyballer. Wir machten uns dort gar keine großen Hoffnungen. Und so gingen wir überglücklich und stolz, dass wir es überhaupt so weit geschafft hatten, ins Spiel. Und was nun geschah war mehr als lehrreich. Wir haben uns immer gegenseitig Mut gemacht und uns gegenseitig aufgemuntert. Unser Teamführer hat uns Anweisungen gegeben, die wir einfach befolgt haben. Wenn was nicht gelang wurde wieder aufgemuntert, aber niemals kritisiert, beschimpft oder Ähnliches. Immer wieder hat uns unser Teamführer aufgeputscht.
Bei unseren Gegnern sah das ganz anders aus. Die haben sich gegenseitig angeschnauzt, beschimpft, denunziert und haben Fehler gemacht, die Profis eigentlich nicht machen dürften. Und dann haben wir auch noch tatsächlich zur Überraschung aller gewonnen.
Wir waren sehr glücklich und auch sehr stolz. Die „Verlierer“ haben wir dann auf ein Bierchen in unsere Kabine einladen wollen, aber die haben sich sehr schnell verabschiedet. Das war für die wohl eine zu große Blamage.
Aber hier kann man sehr gut erkennen, dass ein Team nicht nur unbedingt von der Stärke der Einzelnen abhängt, sondern auch das Wirken in einer Einheit von sehr großer Bedeutung ist. Unser Team bestand aus Amateuren, die jeder für sich sehr schwach wären. Aber da wir in „Liebe“ (Einklang) miteinander gewirkt haben, wurden wir als gesamtes Team stark.
Unsere Profimannschaft bestand aus starken Spielern, die jedoch als EGO-Personen aufgetreten sind. Jeder glaubte besser zu sein als der andere. Fehler wurden beschimpft, man hat sich angeschnauzt und ein „Team“ war dort gar nicht wirklich zu erkennen. Was dort fehlte, war der „fähige“ Teamführer. Alle glaubten der Beste dafür zu sein. Bei uns gab es nur einen mit wirklicher Erfahrung und auf ihn haben wir alle vertraut.
Mit 25 Jahren wurde ich auf Grund mehrerer Umstände Vorarbeiter. Und das, obwohl ich eigentlich der Jüngste war und nicht so viel Erfahrung hatte, wie alle anderen. Das war für mich eine sehr große Herausforderung. Aber diese Aufgabe konnte ich auf Grund meiner guten Menschenkenntnis und Beobachtungen sehr souverän bewerkstelligen. Es gab nie wirklich ernstere Probleme. Alle wurden im Team gleichbehandelt und jeder konnte sich zu Problemen frei äußern. Oft habe ich mir auch Rat bei den „Älteren“ und Erfahrenen geholt, die sich dadurch natürlich geschmeichelt fühlten. Ich habe immer auf gleicher Augenhöhe mit allen gesprochen. Und alle haben mich und meine Stellung respektiert. Wenn es Probleme mit der Leitung gab, habe ich auch Unterstützung von den Älteren bekommen, indem ich sie einfach mit in die Besprechung genommen habe. Das Arbeiten hat uns allen Spaß gemacht. Mein Führungsstiel hat allen zugesagt. Ich habe die Arbeiten immer so verteilt, dass wir die geforderten Arbeiten auch zeitgemäß erledigt bekamen. Zwischendurch gab es auch regelmäßig Zigarettenpausen, wo wir uns alle getroffen und ausgetauscht haben (Ich selbst bin Nichtraucher, aber mir ging es in erster Linie auch um den gegenseitigen Austausch, den ich für sehr wichtig halte.)
Einmal wurde dann ein Umbau geplant, der unbedingt an einem Wochenende erfolgen musste. Man hat mir von der Leitung so viele Leute zugesagt, wie ich haben wollte, bzw. dafür benötigte. Da habe ich dann das erste Mal bemerkt, dass die absolut keine Ahnung haben. Die meinen, wenn die Arbeiterzahl verdoppelt wird, müsste sich die Zeit auch halbieren.
Das ist aber nur möglich, wenn auch alle gleichzeitig arbeiten können. Hier war es jetzt so, dass 4 Schaltschränke umgebaut werden mussten. Und es können maximal 2 Personen an einem Schrank arbeiten. Also brauchte ich nur 8 Personen. Die Unterlagen für den Umbau waren schon seit Wochen fertig, lagen aber noch in den Ingenieurbüros und nicht auf der Baustelle. Die habe ich erst einen Tag vor der Aktion bekommen. Am Freitag habe ich alles vorbereitet. Als es dann am Samstagmorgen losging, stellte sich heraus, dass sowohl alte, als auch neue Pläne vermischt bei uns angekommen waren. So ging dann die Sucherei los. Es herrschte richtiges Chaos und ich telefonierte mit dem verantwortlichen Ingenieur. Dem war das ganze natürlich sehr peinlich. Ich sollte mich unbedingt noch einmal am Samstag melden und mitteilen, wie weit wir gekommen sind. Um16 Uhr habe ich meine Leute einfach nach hause geschickt. Ich sah das nicht ein, dass mein Team den Bockmist der Ingenieure ausbaden soll. Natürlich hätten die alle weiter gearbeitet, wenn ich es gesagt bzw. gewollt hätte. So habe ich selbst noch bis 20 Uhr weiter gemacht, um einen ungefähren Überblick zu bekommen, wie lange wir noch für den Umbau bräuchten. Dabei stellte ich dann auch noch fest, dass ganze Baugruppen fehlten. Im Lager auf der Baustelle hatten wir diese auch nicht. Dann habe ich mich wieder bei dem verantwortlichen Ingenieur gemeldet. Er selbst wollte sich um die Baugruppen kümmern und am Montagmorgen um 5 Uhr auf der Baustelle sein. Bis um 10 spätestens 11 Uhr mussten wir fertig werden, und wir haben es geschafft. Die „Konkurrenzfirma“ hatte ihre Aufgaben nicht geschafft, so dass das Anfahren sich schließlich doch auf den nächsten Tag verzögert hat. Unsere Leitung hatte sich darüber natürlich sehr gefreut. Wir Arbeiter haben das etwas anders betrachtet. Wir halfen uns eigentlich immer gegenseitig aus. Denn einmal arbeitet man für die eine und dann wieder für die andere Firma. So ist es eben bei Leiharbeitern.
Auf mein Team war ich richtig stolz. Als Vorarbeiter wurde ich von der Geschäftsleitung zu einem Essen eingeladen, wo ich allerdings nicht hingegangen bin. Für meine Kollegen gab es nicht einmal ein Dankeschön. Das hat mich damals sehr geärgert und verärgert. Ich habe daher aus eigener Tasche für mein Team einen Ausgegeben.
Dann habe ich auch noch Erfahrung als Abteilungsleiter sammeln können. Aber auch hier habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Die Geschäftsleitung versteht unter Team und Teamverstärkung etwas anderes als ich. Mit den Arbeitern bzw. „Untergebenen“ hatte ich nie meine Probleme. Alle Probleme entstanden durch die kompromisslose Haltung der Geschäftsleitung. Wir hatten in unserer Abteilung schon einen sehr guten Programmierer. Es sollte noch einen geben. Ich wollte lieber einen der noch nicht so viel Erfahrung hat, der von dem alten Hasen noch etwas lernen kann aber dennoch neue Ideen mitbringt. Die Leitung wollte lieber ein Speziallisten. Und so gab es dann zwei Spezies, die ihre festgefahrenen Prinzipien hatten, und nicht zusammen arbeiten konnten. So habe ich jeden ein Spezialgebiet gegeben und es herrschte Ruhe. Aber wirklich etwas gewonnen hatten wir dadurch nicht. Wenn der eine Krank war, konnte er trotzdem nicht durch den anderen ersetzt werden. (Was eigentlich mein „unser“ Ziel gewesen war.)
In einem Team ist es so, dass einer führen muss und die anderen müssen dann vertrauen und sich führen lassen. Das heißt, man muss sich aufeinander einlassen können. Nur wenn das funktioniert, ist ein Team auch wirklich stark. Und jeder hat ein anderes Spezialgebiet und kann dadurch auch mal die Führung übernehmen. Führen und sich führen lassen ist beides gleichwertig. Ein Führer ist nichts besser oder schlechter, als derjenige, der sich führen lässt. Und wenn beide sich vollends aufeinander einlassen sind sie wahrhaftig Eins und vermögen das, was sie wollen. Nennen wir es „Gott im Kleinen“.
Und das Wichtigste ist Vertrauen. Ohne Vertrauen läuft nichts.
Vertraue Dir, vertraue deinem Führer, vertraue auf Gott, denn alles ist EINS.
In Liebe
Jo
Ein Team ist so stark, wie das schwächste Mitglied in ihr.
hier möchte ich wieder von meinen „unseren“ Erfahrungen berichten. Dieses Mal geht es um „Teamwork“. Alles spricht heute nur noch vom „Teamwork“. Bei den Bewerbungen sollte man seine Teamfähigkeit unbedingt preisen.
Ich halte davon nicht so viel, weil meiner Meinung nach jeder in jedes Team passt. Allerdings sehen gerade die Personalchefs dieses ganz anders. Die haben schon ihre festgefahrenen Vorstellungen davon und sind nicht mehr „offen“ für eine „wirkliche“ Bereicherung. Oft liegt es nur an der Grundhaltung der Teammitglieder und der Fähigkeit des Teamführers.
Es ist nun mal so, dass nicht wirklich jeder für die Aufgaben eines Führers geeignet ist. D.h. jetzt aber nicht, dass nicht jeder diese Fähigkeiten erlernen könnte. Aber bei der Teambildung ist es meist so, dass nur ein oder zwei Personen diese Fähigkeiten besitzen.
Und ein Team wächst bzw. fällt mit den Qualitäten des Führers und der Haltung der Mitglieder.
Hier ein paar Beispiele aus meinem Leben:
Zur Berufsschulzeit wollte unsere Klasse auch bei einem Schul-Volleyballturnier mitmachen. Ich war vom Sport aus gesundheitlichen Gründen eigentlich befreit, aber es fehlte noch eine Person, damit unsere Klasse auch noch am Turnier teilnehmen konnte. So habe ich mich bereit erklärt beim Turnier mitzumachen. Wir hatten nur einen Kameraden, der auch im Verein Volleyball gespielt hat. Der wurde zu unserem Teamführer. Unser Ziel war es mitzumachen und nicht den letzten Platz zu belegen.
So spielten wir ganz einfach und frei auf. Gleich das erste Spiel gewannen wir souverän. Wir waren ganz happy. In den Pausen gingen wir in unsere Kabine und haben gefeiert (und nebenbei auch schon ein Bierchen getrunken). Dann ging es weiter. Es folgten weitere Siege und bevor wir uns versahen, standen wir im Endspiel. Es war unglaublich.
Unsere Gegnermannschaft bestand nur aus „Profi“ - Volleyballer. Wir machten uns dort gar keine großen Hoffnungen. Und so gingen wir überglücklich und stolz, dass wir es überhaupt so weit geschafft hatten, ins Spiel. Und was nun geschah war mehr als lehrreich. Wir haben uns immer gegenseitig Mut gemacht und uns gegenseitig aufgemuntert. Unser Teamführer hat uns Anweisungen gegeben, die wir einfach befolgt haben. Wenn was nicht gelang wurde wieder aufgemuntert, aber niemals kritisiert, beschimpft oder Ähnliches. Immer wieder hat uns unser Teamführer aufgeputscht.
Bei unseren Gegnern sah das ganz anders aus. Die haben sich gegenseitig angeschnauzt, beschimpft, denunziert und haben Fehler gemacht, die Profis eigentlich nicht machen dürften. Und dann haben wir auch noch tatsächlich zur Überraschung aller gewonnen.
Wir waren sehr glücklich und auch sehr stolz. Die „Verlierer“ haben wir dann auf ein Bierchen in unsere Kabine einladen wollen, aber die haben sich sehr schnell verabschiedet. Das war für die wohl eine zu große Blamage.
Aber hier kann man sehr gut erkennen, dass ein Team nicht nur unbedingt von der Stärke der Einzelnen abhängt, sondern auch das Wirken in einer Einheit von sehr großer Bedeutung ist. Unser Team bestand aus Amateuren, die jeder für sich sehr schwach wären. Aber da wir in „Liebe“ (Einklang) miteinander gewirkt haben, wurden wir als gesamtes Team stark.
Unsere Profimannschaft bestand aus starken Spielern, die jedoch als EGO-Personen aufgetreten sind. Jeder glaubte besser zu sein als der andere. Fehler wurden beschimpft, man hat sich angeschnauzt und ein „Team“ war dort gar nicht wirklich zu erkennen. Was dort fehlte, war der „fähige“ Teamführer. Alle glaubten der Beste dafür zu sein. Bei uns gab es nur einen mit wirklicher Erfahrung und auf ihn haben wir alle vertraut.
Mit 25 Jahren wurde ich auf Grund mehrerer Umstände Vorarbeiter. Und das, obwohl ich eigentlich der Jüngste war und nicht so viel Erfahrung hatte, wie alle anderen. Das war für mich eine sehr große Herausforderung. Aber diese Aufgabe konnte ich auf Grund meiner guten Menschenkenntnis und Beobachtungen sehr souverän bewerkstelligen. Es gab nie wirklich ernstere Probleme. Alle wurden im Team gleichbehandelt und jeder konnte sich zu Problemen frei äußern. Oft habe ich mir auch Rat bei den „Älteren“ und Erfahrenen geholt, die sich dadurch natürlich geschmeichelt fühlten. Ich habe immer auf gleicher Augenhöhe mit allen gesprochen. Und alle haben mich und meine Stellung respektiert. Wenn es Probleme mit der Leitung gab, habe ich auch Unterstützung von den Älteren bekommen, indem ich sie einfach mit in die Besprechung genommen habe. Das Arbeiten hat uns allen Spaß gemacht. Mein Führungsstiel hat allen zugesagt. Ich habe die Arbeiten immer so verteilt, dass wir die geforderten Arbeiten auch zeitgemäß erledigt bekamen. Zwischendurch gab es auch regelmäßig Zigarettenpausen, wo wir uns alle getroffen und ausgetauscht haben (Ich selbst bin Nichtraucher, aber mir ging es in erster Linie auch um den gegenseitigen Austausch, den ich für sehr wichtig halte.)
Einmal wurde dann ein Umbau geplant, der unbedingt an einem Wochenende erfolgen musste. Man hat mir von der Leitung so viele Leute zugesagt, wie ich haben wollte, bzw. dafür benötigte. Da habe ich dann das erste Mal bemerkt, dass die absolut keine Ahnung haben. Die meinen, wenn die Arbeiterzahl verdoppelt wird, müsste sich die Zeit auch halbieren.
Das ist aber nur möglich, wenn auch alle gleichzeitig arbeiten können. Hier war es jetzt so, dass 4 Schaltschränke umgebaut werden mussten. Und es können maximal 2 Personen an einem Schrank arbeiten. Also brauchte ich nur 8 Personen. Die Unterlagen für den Umbau waren schon seit Wochen fertig, lagen aber noch in den Ingenieurbüros und nicht auf der Baustelle. Die habe ich erst einen Tag vor der Aktion bekommen. Am Freitag habe ich alles vorbereitet. Als es dann am Samstagmorgen losging, stellte sich heraus, dass sowohl alte, als auch neue Pläne vermischt bei uns angekommen waren. So ging dann die Sucherei los. Es herrschte richtiges Chaos und ich telefonierte mit dem verantwortlichen Ingenieur. Dem war das ganze natürlich sehr peinlich. Ich sollte mich unbedingt noch einmal am Samstag melden und mitteilen, wie weit wir gekommen sind. Um16 Uhr habe ich meine Leute einfach nach hause geschickt. Ich sah das nicht ein, dass mein Team den Bockmist der Ingenieure ausbaden soll. Natürlich hätten die alle weiter gearbeitet, wenn ich es gesagt bzw. gewollt hätte. So habe ich selbst noch bis 20 Uhr weiter gemacht, um einen ungefähren Überblick zu bekommen, wie lange wir noch für den Umbau bräuchten. Dabei stellte ich dann auch noch fest, dass ganze Baugruppen fehlten. Im Lager auf der Baustelle hatten wir diese auch nicht. Dann habe ich mich wieder bei dem verantwortlichen Ingenieur gemeldet. Er selbst wollte sich um die Baugruppen kümmern und am Montagmorgen um 5 Uhr auf der Baustelle sein. Bis um 10 spätestens 11 Uhr mussten wir fertig werden, und wir haben es geschafft. Die „Konkurrenzfirma“ hatte ihre Aufgaben nicht geschafft, so dass das Anfahren sich schließlich doch auf den nächsten Tag verzögert hat. Unsere Leitung hatte sich darüber natürlich sehr gefreut. Wir Arbeiter haben das etwas anders betrachtet. Wir halfen uns eigentlich immer gegenseitig aus. Denn einmal arbeitet man für die eine und dann wieder für die andere Firma. So ist es eben bei Leiharbeitern.
Auf mein Team war ich richtig stolz. Als Vorarbeiter wurde ich von der Geschäftsleitung zu einem Essen eingeladen, wo ich allerdings nicht hingegangen bin. Für meine Kollegen gab es nicht einmal ein Dankeschön. Das hat mich damals sehr geärgert und verärgert. Ich habe daher aus eigener Tasche für mein Team einen Ausgegeben.
Dann habe ich auch noch Erfahrung als Abteilungsleiter sammeln können. Aber auch hier habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht. Die Geschäftsleitung versteht unter Team und Teamverstärkung etwas anderes als ich. Mit den Arbeitern bzw. „Untergebenen“ hatte ich nie meine Probleme. Alle Probleme entstanden durch die kompromisslose Haltung der Geschäftsleitung. Wir hatten in unserer Abteilung schon einen sehr guten Programmierer. Es sollte noch einen geben. Ich wollte lieber einen der noch nicht so viel Erfahrung hat, der von dem alten Hasen noch etwas lernen kann aber dennoch neue Ideen mitbringt. Die Leitung wollte lieber ein Speziallisten. Und so gab es dann zwei Spezies, die ihre festgefahrenen Prinzipien hatten, und nicht zusammen arbeiten konnten. So habe ich jeden ein Spezialgebiet gegeben und es herrschte Ruhe. Aber wirklich etwas gewonnen hatten wir dadurch nicht. Wenn der eine Krank war, konnte er trotzdem nicht durch den anderen ersetzt werden. (Was eigentlich mein „unser“ Ziel gewesen war.)
In einem Team ist es so, dass einer führen muss und die anderen müssen dann vertrauen und sich führen lassen. Das heißt, man muss sich aufeinander einlassen können. Nur wenn das funktioniert, ist ein Team auch wirklich stark. Und jeder hat ein anderes Spezialgebiet und kann dadurch auch mal die Führung übernehmen. Führen und sich führen lassen ist beides gleichwertig. Ein Führer ist nichts besser oder schlechter, als derjenige, der sich führen lässt. Und wenn beide sich vollends aufeinander einlassen sind sie wahrhaftig Eins und vermögen das, was sie wollen. Nennen wir es „Gott im Kleinen“.
Und das Wichtigste ist Vertrauen. Ohne Vertrauen läuft nichts.
Vertraue Dir, vertraue deinem Führer, vertraue auf Gott, denn alles ist EINS.
In Liebe
Jo
Ein Team ist so stark, wie das schwächste Mitglied in ihr.
Wenn du glaubst es geht Nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her 